Geschichte

Die Geschichte des Elisabethen-Hospitals

1. Der Stiftungsbrief des Bischofs Lambert von Brunn vom 14. August 1395


Das Bistum Bamberg erwirbt endgültig im Jahre 1390 die Besitzungen der Truhendingen um Giechburg, Gügel und Scheßlitz. Fünf Jahre später stiftet Bischof Lambert von Brunn ein „Spital zu Aufnahme und Betreuung fremder Zugereister und notleidender Kranker zu dauerndem Aufenthalt außerhalb der Mauern unserer Stadt Scheßlitz.“ „Damit in unserem Gebiet und Bistum die Werke der Barmherzigkeit und Gerechtigkeit an armen Fremdlingen und kranken Bedürftigen geübt und wirksam durchgeführt werden,“ habe man beschlossen, „Zeitliche Güter in himmlische Verdienste und Vergängliches in ewig Wertbeständiges ... zu verwandeln.“ Diese Stiftung stattet der Bischof mit eigenem und kirchlichem Vermögen aus. Stifter und Mitunterzeichner behalten sich zu ihren Lebzeiten die Bestellung eines geeigneten Fürsorgers oder Verwalters vor. Nach deren Tod ist vom Kapitel ein geeigneter Nachfolger zu benennen.

 Die Lage der damaligen Gebäude ist nicht genau bekannt. Jedenfalls waren sie zu Beginn des 17. Jahrhunderts nicht mehr im besten Zustand, so dass man den bekannten Scheßlitzer Baumeister Johann Bonalino 1624 einschaltete. In den Jahren 1740 - 1772/73 wurde der gesamte Spitalkomplex einschließlich der Kirche neu gestaltet. Die Verantwortung trug das Bistum Bamberg, wie in dem Relief über dem Haupteingang nachgelesen werden kann.



 

2. Die Säkularisation und ihre Folgen


Die Säkularisation im Jahre 1803 brachte nun eine Änderung der Zuständigkeiten. „Fromme und milde Stiftungen sind wie jedes Privateigentum zu konservieren, doch so, dass sie der landesherrlichen Aufsicht und Leitung untergeben bleiben.“ Dabei wird der Verwaltung als rechtsfähige und selbständige Stiftung mit eigenem Kataster und grundbuchmäßigem Liegenschaftsvermögen durch die staatliche Stiftungsadministration vorgenommen. Mit der Auflösung der staatlichen Administration der unmittelbaren Stiftungen Bamberg wird die „Verwaltung“ oder das „Kassier- oder Verwalteramt“ an den Stadtrat Scheßlitz übertragen, nicht jedoch das Eigentum an der Stiftung.



 

3. Die Übertragung der Stiftung auf die Stadt Scheßlitz


Im Jahre 1957 unterrichtet der damalige Bürgermeister Georg Gries die Regierung, dass die Hospizstiftung nicht mehr in der Lage sei, die alten Gebäude zu unterhalten, da das Stiftungsvermögen durch Kriegswirren und Inflation erheblich gesunken sei. Die Regierung von Oberfranken regt eine Auflösung der Stiftung und eine Übertragung des Vermögens an die Stadt Scheßlitz zu Weiterverwaltung an. Letztlich entscheidet das Bayerische Staatsministerium des Innern, dass es sich um eine öffentliche Stiftung des bürgerlichen Rechts in kommunaler Verwaltung handelt. Mit Schreiben vom 17.04.1963 teilt das Grundbuchamt Bamberg der Stadt Scheßlitz die Eintragung als neuer Eigentümer mit.

1965 und 1970 wurden gemäß Erfüllung der übernommenen Aufgabe der gesamte Komplex und die Kirche saniert. Eine weitere Verschärfung der Auflagen ließ nicht lange auf sich warten. Zwischen 1987 und 1992 erstellte man Planungen und führte Gespräche mit den zuständigen Behörden. 1992 gab man das Sanierungskonzept endgültig auf, da die Forderungen und Auflagen nicht zu finanzieren waren.

Die „St. Elisabeth Seniorenzentrum gGmbH Scheßlitz“, an der die Seniotel Pflegedienst gGmbH, eine Tochter der gemeinnützigen Krankenhausgesellschaft des Landkreises Bamberg und die Stadt Scheßlitz beteiligt sind, sanierte die ehemalige Pflegeeinrichtung „Elisabethen-Hospital“ in Scheßlitz und betreibt diese nun als Pflegeeinrichtung mit 38 Plätzen. Somit wird auch nach mehr als 600 Jahren dem Zweck der Stiftung entsprochen.